Das Funktionsprinzip des Fotografierens, sei es analoge oder digitale Fotografie, ist stets gleich. Es beruht immer auf der Tatsache, dass Licht auf einen Film bzw. auf einen Sensor fällt. Wieviel Licht auf den Film bzw. Sensor trifft, wird von zwei Faktoren bestimmt. Dies ist zum einen die Blende, zum anderen die Verschlusszeit. In diesem Tutorial wollen wir uns mit diesen beiden Faktoren etwas genauer beschäftigen.
Blende:
Die Blende ist eine (normalerweise mechanische) Vorrichtung an Kameras, mit deren Hilfe der Lichtdurchlass durch das optische System (Objektiv) verändert werden kann. Sie ist meist als Lamellenblende (auch Irisblende genannt) ausgeführt, bei der sich kreisförmig angeordnete Lamellen-Bleche so ineinander verschieben, dass der Lichtdurchlass enger oder weiter und so das einfallende Lichtbündel kleiner oder größer wird. Die Blende ist dabei so im Strahlengang positioniert, dass sie nur als Aperturblende und nicht als Gesichtsfeldblende wirkt. Die Blende erfüllt zwei wichtige Funktionen: Einerseits steuert sie die Stärke der Belichtung des Films, Fotopapiers oder Bildsensors: Je größer die Blendenzahl ist, desto kleiner ist die Blendenöffnung und desto weniger Licht dringt durch das Objektiv. So lässt das Objektiv bei der Blendenzahl-Einstellung 5.6 weniger Licht durch als bei 2.8. Andererseits beeinflusst die Blende mit ihrer ringförmigen Abschattung die Schärfentiefe: Mit größerer Blendenzahl und damit kleinerer Blendenöffnung wird nicht nur die wirksame Lichtmenge verringert, auch die Unschärfenkreise werden durch den spitzeren Lichtkegel kleiner. Folglich vergrößert sich der Bereich des Motivs, der noch als scharf wahrgenommen wird.
Verschlusszeit:
Als Verschlusszeit wird die Belichtungszeit bezeichnet, die durch einen Kameraverschluss gebildet wird. Die Steuerung erfolgt entweder rein mechanisch oder elektronisch. Angegeben wird die Verschlusszeit in Sekundenbruchteilen. So eine Zahlenreihe könnte folgendermaßen aussehen: 1-2-4-8-15-60-125-250-500-1000-2000. Bei jeder Stufe dieser Zeitreihe halbiert sich die Lichtmenge, die den Film oder Sensor belichtet. Dabei steht die 1 für eine Sekunde, während 2000 für eine zweitausendstel Sekunde steht und somit eine kürzere Belichtungszeit darstellt als eine Sekunde. Kürzere Belichtungszeiten können dabei durch größere Blendenöffnungen kompensiert werden. Hierbei entspricht eine Stufe der Blendenreihe einer Stufe der Zeitreihe.
Blende und Belichtungszeit stehen immer in einem Verhältnis. Ist die Blendenöffnung zu groß oder die Belichtungszeit für eine Bende zu lang, trifft zuviel Licht auf den Sensor oder Film und es kommt zur Überbelichtung. Eine kleine Blendenöffnung (hohe Blendenzahl) mit einer zu kurzen Belichtungszeit führt dagegen zur Unterbelichtung.